Wandel der beliebtesten Studienfächer über 40 Jahre

In den letzten vier Jahrzehnten hat sich die Landschaft der beliebtesten Studienfächer an deutschen Universitäten drastisch verändert, wie eine Statista-Recherche basierend auf Daten des Statistischen Bundesamts aufzeigt. Diese Veränderungen spiegeln nicht nur den Wandel in akademischen Präferenzen wider, sondern auch die sich verändernden Anforderungen und Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Im Wintersemester 1980/81 waren die drei beliebtesten Studienfächer Rechtswissenschaft, Allgemein-Medizin und Germanistik. Diese Klassiker der akademischen Ausbildung zogen eine breite Palette von Studenten an und bildeten die Grundlage für traditionelle Karrierepfade. Doch 40 Jahre später hat sich das Bild deutlich gewandelt. Betriebswirtschaftslehre steht nun an der Spitze der Beliebtheitsskala, dicht gefolgt von Informatik und Rechtswissenschaft. Diese Verschiebung unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Wirtschaft und Technologie in der modernen Gesellschaft.

Verschiebung der akademischen Interessen

Interessanterweise sind Studienrichtungen wie Germanistik und Elektrotechnik, die einst zu den Top-8-Studiengängen gehörten, in der aktuellen Liste nicht mehr vertreten. Dies könnte auf eine Verschiebung der Interessen und Berufsaussichten hin zu neuen, zukunftsorientierten Bereichen hinweisen.

Nicht nur die Vorlieben für bestimmte Studiengänge haben sich gewandelt, sondern auch die Anzahl der Studierenden hat sich deutlich erhöht. Die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in Deutschland ist zwischen 2006 und 2011 stetig gestiegen und hat sich seitdem auf einem ähnlichen Niveau stabilisiert. Im Wintersemester 2022/2023 gab es rund 400.000 Studierende im ersten Hochschulsemester, ein Hinweis auf die wachsende Bedeutung von Hochschulbildung.

Die mittlere Studiendauer für den ersten akademischen Abschluss in Deutschland lag im Jahr 2022 bei 8,1 Semestern, mit einem durchschnittlichen Abschlussalter von 23,6 Jahren. Dies deutet auf eine relativ zügige Durchlaufzeit durch das Hochschulsystem hin und spiegelt möglicherweise die Effizienz der akademischen Ausbildung in Deutschland wider.

Anpassung an neue Realitäten

Insgesamt zeigen diese Trends, dass die deutschen Universitäten und ihre Studiengänge sich ständig weiterentwickeln, um den sich ändernden Bedürfnissen der Studierenden und den Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden. Die Fähigkeit, sich an neue Realitäten anzupassen, bleibt ein Schlüsselmerkmal des deutschen Hochschulsystems.

Quelle: Statista 2023

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