Herausforderungen bei der Rekrutierung von häufigen Nutzern von Rettungsdiensten für ein Community-Paramedic-Programm mit Hausbesuchen

Ein kürzlich veröffentlichtes Paper untersuchte die Herausforderungen bei der Rekrutierung von häufigen Nutzern von Rettungsdiensten für eine randomisierte kontrollierte Studie des Community-Paramedic-Programms mit Hausbesuchen (CP@home) in Ontario, Kanada. Das CP@home-Programm soll die Anzahl der Notrufe bei dieser verletzlichen Bevölkerungsgruppe reduzieren, indem speziell ausgebildete Sanitäter Risikobewertungen bei häufigen Nutzern von Notrufdiensten zu Hause durchführen. Die Wirksamkeit des Programms wurde in einer community-basierten randomisierten kontrollierten Studie in vier Regionen Ontarios untersucht.

Überblick über die Studie zum CP@home-Programm

Das CP@home-Programm ist ein Gesundheitsförderprogramm, bei dem speziell ausgebildete Sanitäter, sogenannte Community Paramedics, Risikobewertungen bei häufigen Nutzern von Notrufdiensten zu Hause durchführen. Ziel ist es, die Anzahl der Notrufe bei dieser verletzlichen Bevölkerungsgruppe zu reduzieren. Die Community Paramedics führen Blutdruck- und Diabetes-Checks sowie Sturzrisikobewertungen durch, geben Gesundheitstipps und überweisen die Teilnehmer gezielt an interne Wellness-Programme und andere gemeindenahe Ressourcen.

Die Wirksamkeit des CP@home-Programms wurde in einer Community-basierten randomisierten kontrollierten Studie (RCT) in vier Regionen Ontarios untersucht. Häufige Notrufer wurden identifiziert und randomisiert einer Interventionsgruppe zugewiesen, die Hausbesuche von Community Paramedics erhielt, oder einer Kontrollgruppe mit herkömmlicher Versorgung. Das Hauptziel der RCT war, festzustellen, ob die Registrierung für CP@home zu einer Veränderung der Notrufhäufigkeit und damit der Besuche in der Notaufnahme im Vergleich zur eigenen Basisrate und zur Kontrollgruppe führt.

Herausforderungen bei der Rekrutierung häufiger Notrufer

Häufige Notrufer sind eine schwer erreichbare Bevölkerungsgruppe. Sie haben oft einen niedrigen sozioökonomischen Status, leiden unter chronischen Gesundheitsproblemen und psychischen Erkrankungen und haben prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Wohnsituationen. Diese Faktoren erschweren die Teilnahme an und Repräsentation in gesundheitsbezogenen Community-Studien.

Die Rekrutierung für RCTs in der Gemeinde ist generell schwierig, über 50% dieser Studien scheitern daran, die intendierten Populationen einzubeziehen. Gründe für die Nichtteilnahme sind z.B. Zeitmangel, Bedenken bezüglich der Privatsphäre medizinischer Daten, Unverständnis für den Studienzweck und Desinteresse. Diese Herausforderungen potenzieren sich bei schwer erreichbaren Gruppen wie Älteren, Chronischkranken und Personen mit häufigem Wohnortswechsel.

Ziele und Methodik der Rekrutierungsstudie

Die aktuelle Rekrutierungsstudie untersuchte die Teilnahmeraten basierend auf Demografie und Kontaktmethode sowie die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Kontakts basierend auf Demografie und Hauptgrund für den Notruf.

Daten wurden während der Rekrutierung für die RCT aus der Verwaltungsdatenbank der vier beteiligten Rettungsdienste erhoben. Erfasst wurden u.a. Alter, Geschlecht, ob die Person alleine lebt, ethnische Herkunft, Kontaktmethode, Grund für den Notruf und Teilnahmegrund.

Beschreibende Statistiken wurden berechnet. Der Chi-Quadrat-Test untersuchte statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen Kontaktmethode und Alter, Geschlecht und Notrufgrund der Teilnehmer.

Ergebnisse der Rekrutierungsstudie

Von den Personen, die kontaktiert wurden, nahmen 48,0 % das Telefonat entgegen, während 53,9 % bei einem Hausbesuch die Tür öffneten. Insgesamt entschieden sich 110 Personen, was 33,1 % entspricht, zur Teilnahme am CP@home-Programm. Es ist bemerkenswert, dass die Mehrheit der Teilnehmer über 65 Jahre alt war, obwohl das Programm Personen ab 18 Jahren ansprach.

Insbesondere ältere Erwachsene, die den Notruf wegen einer Hebehilfe in Anspruch genommen hatten, zeigten eine höhere Teilnahmebereitschaft, wobei sie vorwiegend durch Hausbesuche für das Programm gewonnen wurden. Trotz der Tatsache, dass 33,1 % der erfolgreich kontaktierten Personen am Programm teilnahmen, war der vorherrschende Grund für die Nichtteilnahme das Gefühl, bereits ausreichend versorgt oder betreut zu sein. Interessanterweise zeigten sowohl junge Erwachsene im Alter von 18-29 Jahren als auch die über 65-Jährigen eine höhere Bereitschaft, das Telefon abzunehmen oder die Tür zu öffnen, verglichen mit den mittleren Altersgruppen.

Obwohl die jüngste Altersgruppe am reaktivsten auf die Kontaktversuche reagierte, lag ihre tatsächliche Teilnahmequote deutlich unter der der älteren Altersgruppen. Ein weiterer bemerkenswerter Punkt ist, dass diejenigen, die den Notruf wegen einer Hebehilfe in Anspruch genommen hatten, signifikant häufiger durch einen Hausbesuch angesprochen wurden.

Diskussion und Schlussfolgerungen

  • Schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen sollten bei der Rekrutierungsplanung berücksichtigt werden.

 

  • Alter, Kontaktmethode und Notrufgrund haben Einfluss auf die Kontaktierbarkeit und Rekrutierungsergebnisse.

 

  • Ältere Erwachsene, die eine Hebehilfe benötigen, nehmen eher an Hausbesuchsprogrammen teil.

 

  • Bei zukünftigen Studien zu häufigen Notrufern sollten die Auswirkungen von Alter, Kontaktmethode und Notrufgrund bei der Rekrutierungsplanung beachtet werden.

 

Die Studie liefert eine Grundlage für weitere qualitative und quantitative Untersuchungen zur Rekrutierung von älteren Erwachsenen für Community-RCTs. Limitationen sind die geringe ethnische Diversität der Stichprobe und unvollständige Dokumentation einiger Daten.

Literatur:

Plishka, M., Angeles, R., Pirrie, M. et al. (2023): Challenges in recruiting frequent users of ambulance services for a community paramedic home visit program. BMC Health Serv Res 23, 1091. https://doi.org/10.1186/s12913-023-10075-9

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