Prokrastination – Probleme beim Schreiben der Bachelorarbeit

Frau am Schreibtisch

Als Prokrastination wird die Tendenz bezeichnet, zu erledigende Dinge ständig aufzuschieben. In der Umgangssprache wird sie auch als „Aufschieberitis“ oder „Bummelei“ bezeichnet und es handelt sich um ein Alltagsphänomen, das den meisten Menschen – und besonders Studierenden – bekannt sein dürfte. Die meisten Betroffenen wissen, dass das Aufschieben am Ende Stress mit sich bringt, oft fehlt ihnen jedoch trotzdem die Einsicht. Aus psychologischer Sicht handelt es sich um eine Störung der Selbststeuerung. Wichtige Dinge werden aufgeschoben und stattdessen Ersatzhandlungen ausgeführt: Ein Klassiker ist zum Beispiel der Hausputz.

Unterschiedliche Prokrastinations-Typen

Wissenschaftler unterscheiden zwischen zwei Prokrastinations-Typen: Zum einen gibt es die Erregungsaufschieber, die ihre Aufgaben erst auf den letzten Drücker erledigen und den Druck genießen, der dabei entsteht. Manche behaupten, dass sie erst durch den Druck besonders kreativ werden können. Die Aufregung erzeugt bei ihnen ein angenehmes Gefühl, denn sie lieben den Adrenalin-Anstieg, der kurz vor der Abgabe aufkommt.

Bei dem anderen Prokrastinations-Typen handelt es sich um den Vermeidungsaufschieber. Studierende dieses Typs leiden unter Leistungsdruck und haben Angst zu versagen. Sie verbinden mit dem Schreiben der Arbeit so viel Negatives, dass sie sich gar nicht erst damit auseinandersetzen. Der Grund für das Aufschieben ist vor allem der Versuch, möglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Auf lange Sicht führt dieses Verhalten aber nur zu mehr Problemen und schadet dem Selbstwertgefühl. Zunächst mal ist es wichtig, den Grund herauszufinden, warum man das Schreiben der Arbeit aufschiebt, denn nur so kann man ihn beseitigen.

Wer prokrastiniert häufiger?

In einer Studie von Beutel et. al. (2016) wurden 2527 Männer und Frauen aus Deutschland zwischen 14 und 95 Jahren befragt. Die Versuchsteilnehmer wurden interviewt und füllten zusätzlich Fragebögen aus, in denen sie beispielsweise Fragen zu ihrer Gesundheit und ihrem Stressempfinden beantworten sollten. Dabei ergab sich, dass vor allem jüngere Menschen zwischen 14 und 29 zu Prokrastination neigen. Außerdem wurde deutlich, dass Prokrastination mit einem hoch empfundenen Stresslevel, Depressionen, Müdigkeit und Ängsten einhergeht. Ein signifikanter Unterschied zwischen den Geschlechtern konnte nicht festgestellt werden, jedoch ist die Anzahl der Männer unter den Prokrastinierenden etwas höher.

Wenn Prokrastination zum Problem wird

Ab wann Prokrastination zu einem Problem wird, das behandelt werden muss, lässt sich nicht genau sagen. Die Schwelle verläuft bei jedem anders und die zuvor genannten Faktoren wie Stress und Müdigkeit sind bei jedem unterschiedlich ausgeprägt. Dennoch gilt es, sich selbst zu beobachten und sich gegebenenfalls Hilfe zu suchen. Die Prokrastinationsambulanz der WWU Münster bietet beispielsweise standardisierte Fragebögen, die auch auf der Website heruntergeladen werden können. 

Die Komfort-Zone verlassen

Mit der Abschlussarbeit – wie der Bachelor -oder Masterarbeit – beginnt auch immer ein neuer Lebensabschnitt. Man steht vor neuen Herausforderungen und ist gezwungen, die Komfort-Zone zu verlassen. Das löst bei vielen ein Vermeidungsverhalten aus, denn Veränderungen werden oft mit Bedrohung und Angst verbunden. Aber auch hier gilt es, sich selbst zu beobachten und nicht so lange zu warten, dass das Einhalten der Deadline fast unmöglich ist.

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