Millionäre in der Mittelschicht –die Fehleinschätzung der eigenen sozioökonomischen Lage

Der Politiker Friedrich Merz hat ein Jahreseinkommen im Millionenbereich und ordnet sich trotzdem der gehobenen Mittelschicht zu. Darauf wurde mit viel Widerspruch reagiert und Merz verteidigte sich mit materiellen und finanziellen Prägung seiner Herkunftsfamilie. Er deutet seine sozioökonomische Lage also einfach um. Aber warum?

Dieses Phänomen tritt relativ häufig auf. Umfragen aus Westeuropa und den USA zeigen, dass viele Menschen sich der Mittelschicht zuordnen, obwohl das nicht objektiven Kriterien entspricht. Diese Fehleinschätzung beruht häufig darauf, dass man eher dazu neigt, sich mit seiner eigenen Bezugsgruppe zu vergleichen und nicht mit einem statistisch ermittelten Wert. In Großbritannien ordnen sich etwa 60 % der Bevölkerung der Arbeiterklasse zu. Die Zahl hat sich seit den 80er Jahren kaum verändert und britische Soziologen haben untersucht, woran das liegt. Das Ergebnis lässt sichmit einem Monty-Python-Sketch zitieren: Four Yorkshiremen.

Monty Python als Beispiel

Im Sketch sind vier Männer in weißen Dinnerjackets zu sehen, die ihrem Dialekt nach aus dem Norden Englands stammen. Sie rauchen Zigarre und unterhalten sich über teurenWein. Dann beginnen sie über ihre Herkunft aus armen Verhältnissen zu sprechen und einer der Männer beschriebt beispielsweise, dass sie keine Tassen besaßen und er deshalb aus einer zusammengerollten Zeitung trinken musste. Die Erzählungen führen immer mehr ad absurdum. Die Quintessenz: Trotz des sozialen Aufstiegs identifizieren sich die meisten Menschen mit der sozialen Herkunft ihrer Eltern. Das erklärt auch die Fehleinschätzungen bezüglich der eigenen soziökonomischen Lage, wie beispielsweise im Fall von Friedrich Merz. Was die Herkunft allerdings nicht erklärt ist: Warum gibt ein Viertel der Angestellten –deren Eltern ebenfalls Angestellte waren –trotzdem an, dass sie nicht zur Mittel-bzw. Oberschicht gehören?

Vermeidung von Snobismus

Die Antwort darauf lautet vermutlich, dass jeglicher Eindruck von Snobismus vermieden soll. Die eigene Leistung erscheint natürlich umso größer, wenn man von ganz unten kommt. Besonders Personen aus der Mittelschicht können ihre Herkunft kaum leugnen, wollen dies aber ihrer eignen Leistung zuschreiben. Ein TV-Sender führte ein Studie mit Wirtschaftsprüfern, Architekten und Schauspielern durch. Ein Drittel der Befragten deutete die familiäre Herkunft um. Fragen zu ihrer sozialen Herkunft werden mit langen Erzählungen überdie Herkunft der Eltern und Großeltern beantwortet. Der Vorteil: Auf diese Weise werden Vorteile wie beispielsweise die finanzielle Unterstützung durch die Eltern einfach ausgeblendet. Der Besuch einer öffentlichen Schule wird von den Befragten jedoch hervorgehoben und in den Mittelpunkt gerückt. Besonders Menschen aus dem Schauspiel-und Medienbereich sind abhängig von der finanziellen Unterstützung ihrer Eltern und neigen deshalb dazu die Herkunft zu dementieren.

Die Arbeiterklasse ist demnach beliebt, wenn es um die Herkunft geht, aber nicht als angestrebtes Ziel. Die Zahl der Akademiker steigt: In Deutschland haben gut 30 Prozent der Menschen zwischen 25 und 64 Jahren ein Studium abgeschlossen. Die meisten davon kommen bereits aus Akademiker-Familien, denn der tatsächliche Weg raus aus der sozialen Unterschicht ist gar nicht so leicht wie es offenbar gerne dargestellt wird. Nur etwa die Hälfte der Hochschulberechtigungen werden von Nichtakademiker-Kindern erworben.

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