Ist Glück messbar? – Der World Happiness Score

Der sogenannte World Happiness Score soll uns jedes Jahr aufs Neue zeigen, in welchem Land die Menschen am glücklichsten sind. Es stellt sich also die Frage ist Glück messbar? Zehn steht dabei für ein besonders glückliches Leben. Die Null dementsprechend für ein besonders unglückliches. Am besten schneiden dabei immer wieder die Länder Skandinaviens ab: Laut den jüngsten Ergebnissen der Erhebung liegen Finnland und Island auf Platz 1 und 2, Deutschland belegt hingegen nur Platz 7.

Zeichnet der World Happiness Score wirklich ein realistisches Bild des Wohlergehens einer Gesellschaft?

Forscher bezweifeln das. Eine Gruppe belgischer Psychologen befragte 7443 Menschen in 40 Ländern zu ihrem persönlichen Wohlbefinden. Das Ergebnis legt nahe, dass der World Happiness Score kein eindeutiges Resultat bietet.  Dort, wo die Menschen besonders zufrieden zu sein scheinen, sind auch mindestens genauso viele Menschen sehr unzufrieden. Das heißt, es existiert eine Ungleichheit des Wohlbefindens.

In der Studie der belgischen Psychologen mussten die Befragten beispielsweise angeben, wie häufig sie sich in letzter Zeit gestresst oder traurig gefühlt haben. Einige Teilnehmer haben Fragebögen ausgefüllt, die auch zur Diagnostik von Depressionen verwendet werden. Eine solche Erhebung ist natürlich deutlich komplexer als eine Skala von 1 bis 10. Die Ergebnisse bestätigen die Zweifel der Forscher: In einem Land, in dem die Menschen laut World Happiness Score glücklich sind, kann es tatsächlich auch sehr viele unglückliche Menschen geben.

Faktoren des Glücks

Daraus lässt sich schließen: Der World Happiness Score mag zwar das Wohlbefinden einer Gesellschaft darstellen, jedoch ist diese Darstellung eher undifferenziert. Das individuelle Glücksempfinden kann er nicht berücksichtigen. Der primäre Grund dafür ist, dass Glück für jeden etwas anderes bedeutet und sich diese Faktoren nicht wirklich messen lassen. Man könnte sich dem allerdings mit Fragen annähern, die sich auf die persönlichen Beziehungen oder den Beruf beziehen.

In einem Land wie Finnland, in dem die Menschen laut Happiness Score am glücklichsten sind, können gewisse erschwerende Faktoren gut aufgefangen werden. Ein relativ gutes Sozialsystem macht es beispielsweise möglich, wirtschaftlich benachteiligte Personen aufzufangen. So haben auch diese Menschen die Chance, positiv in die Zukunft blicken zu können. Das ist in vielen anderen Ländern nicht unbedingt gegeben.

Man muss nicht immer glücklich sein

Ein Problem, das sich allerdings durch den allgemeinen Wohlstand in einer Gesellschaft ergibt, ist der stetige Vergleich mit den Mitmenschen. Es entsteht bei vielen das Gefühl, alle anderen seien viel glücklicher. Dieses Gefühl wird durch die sozialen Medien nur verstärkt. Influencer und Life Coaches zeigen uns ständig, wie wir zu leben haben, um glücklich zu sein. Für die meisten ist die Umsetzung dieses scheinbar perfekten Lebens aber überhaupt nicht möglich. Das kann zu Angst und Traurigkeit führen.

Laut der Lehr- und Lernforscherin Michaela Brohm-Badry der Universität Trier sollte man sich deshalb eher mit Menschen umgeben, die sowohl positive als auch negative Gefühle preisgeben. „Einsamkeit, Traurigkeit, Angst und Wut gehören zu uns wie Liebe, Hoffnung, Freude und Verbundenheit“. Die Lösung liegt also irgendwo in der Mitte: Wenn man die negativen Gefühle akzeptiert, kann man sich von dem Druck lösen, immer glücklich sein müssen.

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