Wissenschaftliche Texte erfordern eine präzise, objektive und gut strukturierte Sprache. Klare Formulierungen erleichtern das Verständnis und steigern die Überzeugungskraft der Argumentation. Hierfür können Formulierungshilfen herangezogen werden. Zudem ist es für die Leserschaft wichtig, komplexe Inhalte ohne sprachliche Barrieren erfassen zu können.
Grundprinzipien wissenschaftlicher Sprache
Ein wissenschaftlicher Text sollte sich an folgenden Prinzipien orientieren:
Präzision: Vermeide vage oder umgangssprachliche Ausdrücke.
Objektivität: Persönliche Meinungen und emotionale Formulierungen sollten vermieden werden.
Strukturierte Argumentation: Jeder Gedanke sollte klar nachvollziehbar sein.
Kohärenz: Logische Verknüpfungen und Übergänge zwischen den Abschnitten sind essenziell.
Korrektheit: Die Verwendung von Fachtermini und korrekter Zitierweise ist unabdingbar.Hier
Formulierungshilfen für wissenschaftliche Arbeiten
1. Einleitung schreiben: Problemstellung und Forschungsfrage formulieren
Die Einleitung dient dazu, die Fragestellung und das Ziel der Arbeit darzulegen. Gute Formulierungen sind:
“Diese Arbeit untersucht…” (Diese Formulierung ist direkt und zeigt den wissenschaftlichen Fokus.)
“Ziel dieser Untersuchung ist es, …” (Diese Formulierung schafft eine klare Zielsetzung und gibt Orientierung.)
“Die zentrale Fragestellung dieser Arbeit lautet: …” (Wissenschaftliche Arbeiten benötigen eine zentrale Leitfrage.)
“Um dieses Ziel zu erreichen, wird folgende Methodik angewendet: …” (Hier wird bereits ein Einblick in den methodischen Ansatz gegeben, was für wissenschaftliche Transparenz wichtig ist.)
2. Hypothesen formulieren
Hypothesen sollten klar und widerlegbar sein:
“Es wird angenommen, dass …” (Diese Formulierung zeigt, dass es sich um eine wissenschaftliche Annahme handelt.)
“Diese Hypothese basiert auf der Annahme, dass …” (Hier wird deutlich gemacht, worauf die Hypothese fußt.)
“Die vorliegende Studie geht davon aus, dass …” (Diese Formulierung grenzt eine wissenschaftliche Annahme klar von einer bloßen Meinung ab.)
3. Argumentationen verstärken
Um Aussagen zu untermauern, bieten sich folgende Formulierungen an:
“Empirische Studien zeigen, dass …” (Der Verweis auf Studien ist essenziell für wissenschaftliche Argumentationen.)
“Diese Annahme wird durch folgende Daten gestützt: …” (Hier wird deutlich, dass eine Aussage nicht auf subjektiven Annahmen, sondern auf Daten basiert.)
“Im Vergleich zu anderen Untersuchungen lässt sich feststellen, dass …” (Diese Formulierung verankert die eigene Argumentation im wissenschaftlichen Diskurs.)
4. Ergebnisse darstellen
Die Ergebnisse sollten sachlich und nachvollziehbar formuliert werden:
“Die Analyse ergab, dass …” (Diese Formulierung ist neutral und objektiv.)
“In der Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass …” (Der Fokus liegt auf einer belegbaren Erkenntnis.)
“Die Hypothese wurde bestätigt/widerlegt durch …” (Diese Formulierung macht den wissenschaftlichen Prozess transparent.)
5. Diskussion und Interpretation
“Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass …” (Hier wird eine Schlussfolgerung gezogen, die logisch aus den Ergebnissen abgeleitet wird.)
“Ein möglicher Erklärungsansatz für dieses Phänomen ist …” (Diese Formulierung vermeidet absolute Aussagen und lässt Raum für alternative Interpretationen.)
“Im Vergleich zu früheren Studien zeigt sich, dass …” (Hier wird die eigene Forschung in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet.)
6. Fazit und Ausblick
Ein wissenschaftlicher Text sollte mit einem Fazit abschließen:
“Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass …” (Diese Formulierung bietet eine präzise Zusammenfassung der Ergebnisse.)
“Diese Studie konnte aufzeigen, dass …” (Hier wird betont, dass durch die Arbeit neue Erkenntnisse gewonnen wurden.)
“Für künftige Forschung ergeben sich daraus folgende Implikationen: …” (Diese Formulierung zeigt, dass Forschung stets weitergeführt werden kann und sich aus einer Arbeit neue Fragestellungen ergeben.)
Häufige Fehler vermeiden und ihre Auswirkungen
Beim wissenschaftlichen Schreiben sollten folgende Fehler vermieden werden, da sie die Verständlichkeit und Qualität der Arbeit beeinträchtigen:
Zu lange Sätze: Verschachtelte Satzkonstruktionen erschweren das Verständnis. Besser sind präzise und klar formulierte Aussagen. Formulierungshilfen können helfen, Sätze zu strukturieren und unnötige Längen zu vermeiden.
Passivkonstruktionen: “Es wurde festgestellt, dass…” wirkt unpersönlich und undeutlich. Stattdessen sollte aktiv formuliert werden: “Die Studie zeigt, dass…”. Mit den richtigen Formulierungshilfen lässt sich eine aktivere, direktere Sprache entwickeln.
Fachsprache ohne Erklärung: Komplexe Begriffe sollten definiert oder in den Kontext eingebunden werden, um Verständnisprobleme zu vermeiden. Durch gezielte Formulierungshilfen kann sichergestellt werden, dass Fachbegriffe verständlich bleiben.
Unstrukturierte Argumentation: Eine klare Struktur und logische Abfolge der Argumente helfen, den roten Faden der Arbeit beizubehalten und die Gedankengänge nachvollziehbar zu machen. Formulierungshilfen unterstützen dabei, Argumente stringent und logisch zu verknüpfen.
Ein gut geschriebener wissenschaftlicher Text zeichnet sich durch Klarheit, Präzision und eine stringente Argumentation aus. Mit den genannten Formulierungshilfen lassen sich Texte strukturierter und verständlicher gestalten. Indem man auf eine objektive Sprache und kohärente Argumentation achtet, erhöht sich die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten erheblich. Formulierungshilfen für wissenschaftliche Texte sind dabei essenziell, um eine überzeugende und gut verständliche Argumentation sicherzustellen.