Lektorat und Korrektorat – Bedeutung für das Verfassen von Texten

Das Verfassen von Texten in
jeglicher Form gehört für die allermeisten zum Alltag dazu und oft wird die
eigene Rechtschreibung und der eigene Schreibstil dabei kaum hinterfragt. Doch
spätestens dann, wenn ein Text für die Öffentlichkeit sichtbar werden soll,
kommen viele ins Zweifeln. Sie sind unsicher, ob sie die Kommasetzung tatsächlich beherrschen oder ob die gewählte Sprachform wirklich für eine wissenschaftliche Arbeit geeignet ist. An dieser Stelle kommen das Lektorat und das Korrektorat ins Spiel. Im Folgenden soll die Bedeutung und der Unterschied zwischen Lektorat und Korrektorat veranschaulicht werden.

Korrektorat von Texten

Beide Begriffe sind aus dem Lateinischen entlehnt. Das Wort Korrektorat leitet sich von korrigieren ab und bedeutet so viel wie „ausbessern“ oder „berichtigen“. Das beschreibt schon ziemlich genau, was das Korrektorat macht:
Rechtschreib-, Grammatik- und Interpunktionsfehler werden korrigiert.
Klassische Fehler, die häufig vorkommen, sind beispielsweise ein Komma vor
„sowie“ oder kein Komma zwischen zwei Verben. Auch mit der Interpunktion tun
sich viele schwer: Sollte man nach einem Doppelpunkt groß oder klein beginnen? Eine Faustregel dazu lautet: Folgt auf den Doppelpunkt ein vollständiger Satz,
so sollte das erste Wort groß geschrieben werden. Zu Problemen führt im Deutschen häufig auch die Getrennt- und Zusammenschreibung. Hier ist die deutsche Sprache allerdings recht flexibel und in vielen Fällen ist beides möglich.

Der Unterschied zwischen Korrektorat und Lektorat

Dennoch gibt es Schreibweisen, die vom Duden empfohlen werden. So sollte „mithilfe“ zum Beispiel lieber zusammen als auseinander geschrieben werden. Das lässt sich an der gelben Markierung auf der Website des Duden erkennen. Hieran ist der Übergang zwischen Lektorat und Korrektorat gut zu erkennen, denn es handelt sich bei der Korrektur von „mit Hilfe“ nicht um die eines Fehlers, sondern eher um eine Verbesserung der Qualität des Textes, die über die Korrektur hinausgeht. Der Begriff Lektorat leitet sich aus dem Verb legere „lesen“ ab. Ein Lektor war zunächst ein „akademischer Lehrer“. Erst später kam die Bedeutung des Fremdsprachenlehrers und des Verlagslektors hinzu. Lektoren im Verlagswesen prüfen eingehende Manuskripte und betreuen den gesamten Schreibprozess eines Buchs. Dies wird unterschieden von der Tätigkeit des Lektorierens. Diese beinhaltet neben der Korrektur eben auch die inhaltliche Prüfung sowie die Anpassung von Begriffen und deren Einheitlichkeit.

Verschiedene Formen des Lektorats

Grundsätzlich geht es im Lektorat um die Qualitätsprüfung und die Qualitätssicherung eines Textes. Dabei kann der Fokus auf unterschiedliche Aspekte gelegt werden, die abhängig von der Art des Textes sind. Handelt es sich um einen prosaischen Text, also beispielsweise um einen Roman, dann gilt es darauf zu achten, ob der Text in Bezug auf die Figurenentwicklung und die Argumente harmonisch wirkt. Diese Form kann als stilistisches Lektorat bezeichnet werden. Geht es um das Lektorat einer wissenschaftlichen Arbeit – wie der Bachelor- oder Masterarbeit –, dann spielt vor allem die Beantwortung einer zentralen Fragestellung eine wichtige Rolle. Diese sollte anhand einer entsprechenden Methodik analysiert und argumentiert werden, um am Ende zu einem schlüssigen Fazit kommen zu können. Im wissenschaftlichen Lektorat ist die Überprüfung eines sachlichen Sprachstils besonders relevant, denn verschachtelte Sätze, die die Lesbarkeit erschweren, sollten gerade hier vermieden werden.