Es gibt viele Kommunikationsmodelle, die verschiedene Aspekte und Ebenen der Kommunikation erklären. Diese Modelle bieten einen theoretischen Rahmen, um den Prozess der Informationsübermittlung zu verstehen und zu analysieren. Im Folgenden werden einige der wichtigsten Kommunikationsmodelle vorgestellt, darunter das Sender-Empfänger-Modell, das Organon-Modell und das Eisbergmodell. Jedes dieser Modelle bietet eine einzigartige Perspektive auf den Kommunikationsprozess.
Das Sender-Empfänger-Modell einfach erklärt
Das Sender-Empfänger-Modell, auch bekannt als Shannon-Weaver-Modell, wurde in den 1940er-Jahren von Claude Shannon und Warren Weaver entwickelt. Es besagt, dass Kommunikation immer einen Sender und einen Empfänger hat. Der Sender codiert eine Botschaft und sendet diese über einen Kommunikationskanal an den Empfänger, der die Nachricht decodiert. Dabei können verschiedene Störungen auftreten, die den Kommunikationsfluss beeinträchtigen.
Beispiel für das Sender-Empfänger-Modell
Ein typisches Beispiel für das Sender-Empfänger-Modell ist ein Telefonat. Person A spricht in das Telefon (codiert die Botschaft), und Person B hört die Botschaft am anderen Ende der Leitung (decodiert sie). Wenn jedoch Rauschen in der Leitung ist, versteht Person B die Botschaft möglicherweise falsch, da die Störung den Kommunikationsprozess beeinflusst.
Element | Beschreibung |
Sender | Die Person, die die Botschaft sendet |
Botschaft | Die Information, die übermittelt wird |
Kanal | Der Übertragungsweg, z.B. Telefon oder Brief |
Empfänger | Die Person, die die Botschaft empfängt |
Störung | Alles, was den Kommunikationsprozess behindert |
Ein weiteres Beispiel: Wenn eine Person eine E-Mail in einer Fremdsprache erhält, die sie nicht versteht, liegt hier eine Störung durch fehlende Übersetzung vor. Obwohl die Nachricht korrekt codiert wurde, kann der Empfänger sie nicht verstehen, weil er die Sprache nicht decodieren kann.
Organon-Modell nach Karl Bühler
Ein weiteres Kommunikationsmodell ist das Organon-Modell, entwickelt vom deutschen Sprachpsychologen Karl Bühler. Es beschreibt die menschliche Kommunikation als ein Werkzeug (griechisch „Organon“) zur Übermittlung von Informationen. Es unterscheidet drei Funktionen der Sprache: Ausdruck, Darstellung und Appell. Diese drei Funktionen bilden die Grundlage für jede Kommunikation.
- Ausdrucksfunktion: Der Sender drückt Gefühle oder Gedanken aus.
- Darstellungsfunktion: Der Sender übermittelt eine sachliche Information.
- Appellfunktion: Der Sender fordert den Empfänger zu einer bestimmten Handlung auf.
Eisbergmodell nach Sigmund Freud
Das Eisbergmodell stammt von Sigmund Freud und veranschaulicht, dass ein großer Teil der Kommunikation unbewusst abläuft. Nur etwa 20 Prozent der Kommunikation sind sichtbar und betreffen die Sachebene, während 80 Prozent unter der Oberfläche auf der Beziehungsebene liegen.
Beispiel für dieses Kommunikationsmodell
Ein Chef sagt zu seinem Mitarbeiter: „Das Projekt muss heute fertig werden.“ Die Sachebene ist hier die Anweisung zur Fertigstellung des Projekts. Auf der Beziehungsebene kann der Mitarbeiter jedoch spüren, ob der Chef gestresst ist oder Druck ausübt, was zu Missverständnissen führen kann.
Fünf Axiome der Kommunikation nach Paul Watzlawick
Paul Watzlawick entwickelte die Fünf Axiome der Kommunikation, die besagen, dass Kommunikation immer mehrschichtig ist. Das erste Axiom besagt: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Selbst wenn man schweigt, sendet man eine Botschaft.
4-Ohren-Modell nach Schulz von Thun
Das 4-Ohren-Modell, auch bekannt als Nachrichtenquadrat, wurde von Friedemann Schulz von Thun entwickelt. Es beschreibt, dass eine Nachricht immer auf vier Ebenen empfangen werden kann: Sachebene, Selbstoffenbarung, Beziehungsebene und Appellebene.
Beispiel für das Kommunikationsmodell, 4-Ohren-Modell
Der Satz „Das Fenster ist offen“ kann auf der Sachebene bedeuten, dass jemand einfach feststellt, dass das Fenster offen ist. Auf der Beziehungsebene könnte es jedoch heißen, dass der Empfänger dazu aufgefodert gemacht wird, es zu schließen.
NLP-Modell (Neuro-Linguistisches Programmieren)
Das NLP-Modell untersucht, wie Menschen ihre Umwelt durch Sprache und Verhalten wahrnehmen und diese Wahrnehmungen beeinflussen können. Es wird häufig in der Therapie und im Coaching angewendet, um durch gezielte Kommunikation das Verhalten zu ändern.
Kommunikationsmodell nach Eric Berne: Transaktionsanalyse
Die Transaktionsanalyse von Eric Berne hilft dabei, die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen zu analysieren. Sie unterteilt das Verhalten in drei Ich-Zustände: Eltern-Ich, Erwachsenen-Ich und Kind-Ich. Diese Zustände beeinflussen, wie Menschen kommunizieren.
Kommunikationsmodelle: Fazit und Anwendung
Kommunikationsmodelle bieten wertvolle Einblicke in den Kommunikationsprozess und helfen, Missverständnisse zu erkennen und zu vermeiden. Allerdings haben diese Modelle auch Grenzen, da sie die Komplexität der menschlichen Kommunikation nicht vollständig abbilden können. Es ist wichtig, sie flexibel anzuwenden und mit Empathie zu kombinieren, um die besten Ergebnisse zu erzielen.